Helfer in luftiger Höhe

Drohnen mit Kameratechnologie gehören heute bereits zum Arbeitsalltag. Neue Einsatzgebiete bietet zum Beispiel die Logistik – trotz strenger Betriebsregeln.

Vor drei Jahren reichte ein Anwohner im oberbayerischen Holzkirchen Klage gegen eine  ansässige Landwirtin ein. Wegen des Lärms der Kuhglocken könnten seine Frau und er nachts nicht schlafen. Die Landwirtin argumentierte, die Glocken wären Tradition – und erleichterten zudem das Auffinden der Tiere, sollten diese einmal ausreißen. Doch warum selbst nach einer Kuh suchen, wenn man diese auch geräuscharm mit moderner Luftfahrttechnik lokalisieren kann? Immer öfter setzen landwirtschaftliche Betriebe Drohnen ein, um Herden zusammenzuhalten. Die unbemannten Fluggeräte, fachsprachlich UAVs genannt, sind dabei auch für andere Aspekte nützlich: Aus der Luft bestimmen sie per Kamera Erntezeitpunkte oder düngen die Felder. 

Ein UAV (engl., „unmanned aerial vehicle“) ist ein unbemanntes Luftfahrzeug, das über eine Fernsteuerung oder einen Computer gelenkt wird. UAV ist auch die rechtlich korrekte Bezeichnung für gewerblich genutzte Drohnen.

„In vielen Geschäftsfeldern sind Drohnen heutzutage fester Bestandteil des Unternehmensalltags“, berichtet Dr. Alexander Skorna, Business Development Manager bei Funk. Außer für die bekannten Veranstaltungsfotos aus der Vogelperspektive werden sie zum Beispiel zur Wartung von Industrieanlagen und Verkehrswegen eingesetzt. Als flexibles Mess- und Visualisierungswerkzeug kommen UAVs außerdem auf Großbaustellen zum Einsatz oder dienen der Versicherungswirtschaft als praktische Helfer bei der Schadeninspektion.

 

Strenge Regeln für den Flugbetrieb

Der Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen ist in Deutschland jedoch an enge Regeln geknüpft, die seit 2017 in der Drohnenverordnung festgehalten sind. So gilt sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich für unbemannte Luftfahrzeuge ab 0,25 kg Startmasse eine Kennzeichnungsplicht, der Pilot muss also eine Plakette mit Name und Adresse am UAV anbringen. Ab 2 kg Gewicht wird zusätzlich ein Nachweis der Flugkenntnisse gefordert, bei Geräten ab 5 kg muss dieser durch eine Aufstiegserlaubnis der Luftfahrtbehörden ergänzt werden. Diese ist auch für Flughöhen über 100 Meter und den Betrieb außerhalb der Sichtweite des Piloten nötig. Schließlich ist der Einsatz von Drohnen gesetzlich an eine Haftplicht-Versicherung gebunden, um die steigenden Risiken einer Kollision abzusichern. 131 Konflikte von UAVs mit dem Flugverkehr wurden 2018 schon gezählt – im letzten Jahr waren es noch 88.

Um solche Behinderungen zu vermeiden, existieren hierzulande weiträumige Betriebsverbote. Sensible Bereiche, wie Wohn- und Industrieanlagen, obere Bundesbehörden oder Kontrollzonen von Flughäfen, dürfen nicht überflogen werden. Die kommerzielle Nutzung von UAVs wird dadurch stark erschwert. Schon seit 2014 testet zum Beispiel DHL sogenannte Paketcopter, aktiv genutzt werden sie bis heute nicht. Trotz dieser Hindernisse glaubt Dr. Alexander Skorna an die Zukunft der autonom operierenden Fluggeräte: „Drohnen haben das Potenzial, unsere Mobilität neu zu definieren – ähnlich wie es im letzten Jahrhundert das Automobil getan hat.“ Nicht nur Logistikunternehmen, auch Konzerne wie Airbus führen in diesem Bereich Forschungen durch. Die Drohne wandelt sich hier von der flexiblen Kamera zum Flugtaxi – und zeigt so eine ihrer vielen innovativen Einsatzmöglichkeiten in der Unternehmenswelt von morgen.

Der Anwohner in Oberbayern sieht die Zukunft wohl weniger positiv, denn dort tragen die Kühe noch immer Glocken. Vielleicht kann ihn ja ein Gericht vom Lieferservice aufheitern – zugestellt natürlich per Drohne. Zumindest in China ist auch das bereits Realität. 

 

Ohne Risiko hoch hinaus: Drohnen-Versicherungen im Überblick

  • Die Luftfahrt-Haftpflicht ist laut deutschem Gesetz eine Pflichtversicherung; ein Nachweis muss jederzeit mitgeführt werden.
  • In Einzelfällen greift auch die Betriebs-Haftpflicht, die Regel ist aber eine eigene Deckung.
  • Die meisten Angebote enthalten eine offene Pilotenklausel, also eine unbegrenzte Anzahl an Nutzern. Bei Vermietungen muss jedoch eine Extra-Versicherung abgeschlossen werden.
  • Der Versicherungsschutz gilt nur, wenn die gesetzlichen Bestimmungen und behördlichen Auflagen eingehalten werden.
  • Die Kasko-Versicherung ist freiwillig und kann abgeschlossen werden, um das ferngesteuerte Fluggerät selbst zu schützen.
  • Schäden an kleineren Drohnen deckt oft eine bereits bestehende Elektronikversicherung.
  • Versichert sind Stürze über Land (auch durch Pilotenfehler). Im gewerblichen Bereich können zudem Schäden am Zubehör oder durch Transport und Diebstahl mitversichert werden.
  • Defekte der Drohne, die durch Stürze ins Wasser, Witterungsverhältnisse oder amateurhafte Reparaturen entstehen, werden nicht gedeckt.

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Haben Sie weitere Fragen zu dem Versicherungsportal für Belegschaften? Dann wenden Sie sich bitte an a.seebohm[at]funk-gruppe.de oder direkt per Telefon an Angelika Seebohm unter 040 35914 278.

 

10.05.2019


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