Instrumente der Risikoeigentragung

In angespannten Versicherungsmärkten werden innovative Lösungen interessant, bei denen Unternehmen einen Teil des Risikos selbst tragen. Dadurch können Risiken am Markt platziert werden, während die Gesamtkosten sinken. Wir zeigen auf, für welche Unternehmen sich diese strukturierten Programme lohnen.

Hohe Schadenkosten und geringe Erträge an den Kapitalmärkten führten in den vergangenen Jahren zu einem zunehmenden Prämienanstieg in einigen Bereichen der Industrieversicherung. Besonders durch Großschäden belastete Unternehmen oder Branchen, wie zum Beispiel Recycling oder die Fleischverarbeitung, gelten teilweise als nicht versicherbar. Die betroffenen Unternehmen müssen hohe Selbstbehalte akzeptieren und tragen somit einen Teil des (versicherbaren) Risikos selbst.

Modelle der Risikoeigentragung können aber auch für Unternehmen außerhalb dieser kritischen Branchen interessant sein. Das gilt vor allem für Unternehmen, die einen sehr positiven Schadenverlauf haben und ein professionelles unternehmerisches Risikomanagement eingerichtet haben. „Diesen Unternehmen empfehlen wir angesichts der aktuellen Marktlage, bestehende Deckungskonzepte zu optimieren und den Versicherungsumfang erneut zu überprüfen“, sagt Dr. Alexander Skorna, Leiter Business Development bei Funk. „Dabei sollten sie auch sogenannte alternative Risikotransfermechanismen berücksichtigen, die sehr individuell gestaltet sind und spezifisch auf den Bedarf von Unternehmen angepasst werden können.“

Je höher die klassischen Versicherungskosten in Form von Prämienzahlungen an die einschlägigen Versicherungsgesellschaften steigen, desto eher werden alternative Formen des Risikotransfers aus der Unternehmensbilanz attraktiv. Wesentliche Voraussetzungen sind für Unternehmen ein ausgeprägtes Risikoverständnis und eine entsprechend hohe Finanzkraft mit passenden liquiden Mitteln – um im Schadenfall die signifikante Eigentragung des Risikos finanziell zu verkraften. Eine Investition in das eigene Risiko ist angesichts begrenzter Renditen am Kapitalmarkt unter diesen Voraussetzungen für viele Unternehmen aus dem Mittelstand interessant. 

Webinar „Total Cost of Insurance“

Die Frage von Risikotransfer vs. Risikoeigentragung ist für Unternehmen jeder Größenordnung von Bedeutung. Im Webinar zeigen unsere Experten, wie Sie diese zwei Kostenfaktoren ins Gleichgewicht bringen.

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Total-Cost-of-Insurance-Analyse als Entscheidungshilfe

Analysekonzepte wie Total-Cost-of-Insurance unterstützen dabei, den tatsächlichen Absicherungsbedarf zu ermitteln. Funk bietet im Rahmen des Risikomanagements entsprechende Analysen an, die von einer statistischen Modellierung des zu versichernden Risikos ausgehen. „Bei der Optimierung der Risikogesamtkosten ist es meist sinnvoll, klassische Frequenzschäden selbst zu tragen und sich beim Risikotransfer auf die Absicherung von möglichen Großschäden zu fokussieren“, sagt Fabian Konopka, Berater für Risikomanagement. „Ansonsten besteht die Gefahr sogenannter Geldwechselgeschäfte, bei denen sich gezahlte Prämien und Schäden mit einhergehenden, indirekten hohen Administrationskosten ausgleichen.“

Mittels einer Szenario-Analyse errechnet das Expertenteam von Funk unternehmensspezifisch unterschiedliche Varianten von Selbstbehaltsstrukturen und zeigt den tatsächlichen Wert von Versicherung bzw. Risikotransfer auf. Auf Basis dieses Ergebnisses kann dann das konkrete Versicherungskonzept geplant werden.

Mit strukturierten Programmen den Zahlungsaufwand reduzieren

Für Unternehmen mit derzeit vergleichsweise geringen Eigenbehalten stellt die Ausweitung der Eigentragung auf mehrere Millionen Euro jährlich mitunter eine hohe finanzielle Belastung dar. Um diesen Zahlungsaufwand zu reduzieren, bieten Versicherer mit Funk strukturierte Programme an, auch „virtuelle Captives“ genannt. Diese verbinden eine Finanzierung des Eigenbehalts mit einem klassischen Risikotransfer in Form eines Versicherungsvertrags. In der Regel verfügen die Programme über eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren, in denen das Eigentragungsziel (z. B. 15 Mio. Euro) zeitlich gestreckt finanziert wird. Der Versicherer haftet dabei bereits ab dem ersten Tag des Programms in voller Höhe. 

Der Vorteil für die versicherten Unternehmen ist, dass der Versicherer hier seine bekannte Infrastruktur mit den Vorzügen der Eigentragung bzw. Risikofinanzierung kombiniert. Der Versicherer übernimmt hierbei innerhalb der Eigentragung die Schadenabwicklung für das versicherte Unternehmen, auch über Ländergrenzen hinweg. Funk unterstützt über das Funk Alliance-Partnernetzwerk bei der Umsetzung strukturierter Programme bis in die Ebene der Lokalpolicen hinein. 

Ihr Kontakt

Dr. Alexander Skorna Ansprechpartner bei Funk
Dr. Alexander Skorna
+49 40 35914-0
E-Mail-Kontakt
Fabian Konopka Ansprechpartner bei Funk
Fabian Konopka
+49 40 35914-0
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Die Vorteile von strukturierten Programmen im Überblick

  • Liquiditätsbereitstellung – erleichtert die Einhaltung von Kreditbedingungen
  • Bilanz- und Eigenkapital-Entlastung durch Verringerung der Volatilität als Erleichterung der internen Planung und Budgetierung (bei am Kapitalmarkt gelisteten Unternehmen sinkt die Gefahr negativer Botschaften durch „ad hoc-Meldungen“)  
  • Reduktion der Schwankungsbreite und der Auswirkung einzelner Schadensfälle innerhalb der Eigentragung 
  • Zentrale Überwachung und Steuerung des Risikoverhaltens der lokalen Einheiten durch Holding möglich – weltweiter Ausgleich von Verlusten und Risikostreuung
     

Bessere Konditionen in angespannten Märkten

Aufgrund der hohen Eigentragungskomponente bieten strukturierte Programme außerdem die Möglichkeit, Risiken außerhalb der Unternehmensbilanz abzusichern, die am klassischen Versicherungsmarkt nur schwer bis gar nicht zu platzieren sind. Typische Beispiele sind Risiken aus unvorhergesehenen Projekt-Mehrkosten oder Risiken aus vertraglichen Produktgarantien, die weit über den gesetzlichen Umfang hinausgehen können. Unternehmen können durch solche Instrumente ihre Bilanz schützen und gleichzeitig wohldosiert Ihre Vertriebs- bzw. Marktposition optimieren. 

Dr. Alexander Skorna: „Am gängigsten ist die Nutzung virtueller Captives als vorgeschalteter signifikanter Eigenbehalt. So können klassische Versicherungsdeckungen – mit entsprechend hohen Selbstbehalten – in den derzeit angespannten Versicherungsmärkten zu günstigen und nachhaltigen Konditionen platziert werden.“ Funk unterstützt Sie gern im Rahmen eines persönlichen Gesprächs dabei, tiefer in die Materie einzusteigen und die Optionen zu beleuchten, die für Ihr Unternehmen passen.

 

02.02.2021