Heubeck-Richttafeln 2018 G veröffentlicht

08.10.18 - Kürzlich wurden die Heubeck-Tafeln aktualisiert. Unternehmen müssen diese Neuerungen voraussichtlich bei Ihrer nächsten Bilanz berücksichtigen.

Die Heubeck Richttafeln sind die anerkannte Grundlage zur bilanziellen Bewertung der Pensions-, Jubiläums-, Sterbegeld- und Altersteilzeitverpflichtungen. An ihnen bemisst sich, welche Rückstellungen getätigt und in der jährlichen Bilanz berücksichtigt werden müssen. Relevant ist die Neuerung daher für Unternehmen, die in ihren Bilanzen die oben angeführten Rückstellungen bilden sowie für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung.

 

Steigende Lebenserwartung in Deutschland

Die aktualisierte Fassung 2018 G der Tafeln veröffentlichte die Heubeck AG am 20. Juli 2018. Diese basiert auf aktuellen Daten der deutschen Rentenversicherung sowie des Statistischen Bundesamtes. Wichtige Motivation für die Aktualisierung ist die veränderte Lebenserwartung in Deutschland. Wie aus den Zahlen dabei aber auch hervorgeht, steigt die Lebenserwartung in Deutschland zwar weiterhin an; die Geschwindigkeit des Anstiegs hat allerdings kurzfristig nachgelassen. Gleichzeitig zeigen die neuen Zahlen, dass sich die Lebenserwartung von Männern und Frauen, sowie zwischen Ost- und Westdeutschen angleicht.

Seit 1947 wurden die Tafeln mehrfach neu aufgelegt. Die letzte Aktualisierung gab es 2005. Berücksichtigt werden in den Tafeln Sterblichkeits-, Invalidisierungs-, Verheiratungs- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten. Neu gegenüber der letzten Aktualisierung der Tafel in 2005 ist unter anderem, dass diese erstmals Unisex-Werte ausweisen. Außerdem wurden bei der Ermittlung der Sterblichkeiten sozioökonomische Faktoren wie beispielsweise die Höhe des Alterseinkommens, und die damit verbundene höhere Lebenserwartung berücksichtigt.


Auswirkung auf Pensionsverpflichtung

Wie sich die Aktualisierung auf die Pensionsverpflichtungen auswirkt, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Die Anzahl der Angestellten, die Altersstruktur sowie die jeweiligen Versorgungsregelungen sind die dafür maßgeblichen Faktoren.

Sven Pulpit, Aktuar bei Funk, sagt dazu: „Voraussichtlich dürfte der Rückstellungsbedarf  geringer ansteigen, als dies bei der letzten Aktualisierung der Tafeln 2005 der Fall war.“ In der Steuerbilanz ist der Anpassungsaufwand über drei Jahre zu verteilen, während er in den Handelsbilanzen sofort zu erfassen ist. Laut Heubeck AG gestaltet sich das wie folgt: 

 

 

Über die weitere Entwicklung sagt Sven Pulpit: „Wir rechnen damit, dass das Finanzministerium die neuen Rechengrundlagen anerkennt und noch vor der nächsten Bilanzsaison – also in 2018 – ein Schreiben dazu veröffentlichen wird. Mit unseren Kunden sind wir zu diesem Thema unmittelbar nach Bekanntgabe in den direkten Dialog getreten. Natürlich beantworten wir auch weiterhin gern alle Fragen zu diesem ebenso komplexen wie wichtigen Thema.“

 

Korrektur der neuen Heubeck-Richttafeln 2018 G:

Nach Veröffentlichung der neuen Richttafeln im Juli musste die Heubeck Richttafeln GmbH im September mitteilen, dass die Richttafeln korrekturbedürftig sind. 

Durch das kürzlich veröffentlichte Update wurden letzte Inkonsistenzen behoben. Die tatsächlichen Änderungen und Auswirkungen werden als geringfügig eingeschätzt. 

Es ist auch weiterhin davon auszugehen, dass Wirtschaftsprüfer und Finanzämter die Tafeln anerkennen werden


Ihr Ansprechpartner

Sabrina Tänzer

+49 30 250092-0




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