Die digitale Revolution

24.05.2016 - Die globale Industrie steht an der Schwelle zu einem Paradigmenwechsel: von der klassischen Wertschöpfungskette hin zur Verbindung von virtuellen und realen Fertigungsketten im Rahmen des „Internet der Dinge.“ Die sogenannte Industrie 4.0 setzt großes Potenzial frei – gleichzeitig bewirkt die technologische Entwicklung eine nachhaltige Veränderung der Risikolandschaft. Die Versicherungswirtschaft reagiert darauf mit einer Neuausrichtung ihres Risikomanagements – von Industrie 4.0 zu Insurance 4.0.

Durch die fortschreitende informationstechnische Vernetzung von Bauteilen, Maschinen, Werkzeugen und Logistikkapazitäten wird die Fertigungskette autonomer. Maschinelle Bearbeitungsschritte werden zunehmend durch die Bauteile selbst bestimmt und müssen nicht mehr zentral gesteuert werden.

Diese Dynamik ermöglicht schnellere, flexiblere Produktionsprozesse – gleichzeitig bringen die komplexer werdenden Produktionsstrukturen neue Herausforderungen mit sich:

  • Das stark gestiegene Datenaufkommen, z. B. durch Sensoren, muss verarbeitet und nach relevanten und nicht relevanten Informationen sortiert werden.
  • Die zunehmende Automatisierung der Herstellungsabläufe mit weniger Mensch-Maschinen-Schnittstellen (disruptive Technologien) verändert die Risikolandschaft.
  • Die unternehmensübergreifende Datenvernetzung erfordert eine Neuausrichtung im Risikomanagement und eine grundlegende Auseinandersetzung mit den Themen Datensouveränität und der Datensicherheit.

 

Von Industrie 4.0 zu Insurance 4.0

Für die Versicherer bedeuten die Herausforderungen der Industrie 4.0 in zweifacher Hinsicht Grund für Neuausrichtungen:

  • Immer neue technologische Fortschritte machen neue Datenquellen verfügbar und ermöglichen auch Finanzdienstleistern, leistungsfähigere Strukturen auszubilden.
  • Mit der Zunahme cloudbasierter Systeme und Programme wächst die Angriffsfläche für Cyberattacken, die von den bisherigen Industrieversicherungskonzepten nur unzureichend abgedeckt werden.

Insgesamt wird es für die Versicherungswirtschaft künftig notwendig sein, in interdisziplinären Lösungskategorien zu denken und einen ausgeprägten, problemorientierten Beratungsansatz zu verfolgen. Zudem werden insbesondere in den Bereichen Cyber und Supply Chain Management Entwicklungen im Deckungsschutz erforderlich.

Konsequente Neuausrichtung der Broker-Dienstleistung durch Insurance 4.0

In einem unternehmerischen Umfeld, das risikoseitig immer volatiler wird, verschiebt sich der Bedarf der Unternehmen vom klassischen Versicherungsmakler hin zum „Risiko Coach“, der Risikomanager und Versicherungseinkäufer strategisch in ihren Entscheidungen unterstützt.
Mit der Entwicklung rund um das Schlagwort „Big Data Analytics“ unterstützen die Versicherungsmakler ihre Kunden bei der Risikoidentifikation und -bewertung und leiten aus Schäden sinnvolle risikoverbessende Maßnahmen ab. Das ermöglicht eine transparentere Tarifierung und bereitet den Weg für neue, innovative Eigentragungsmodelle. Durch gezielte Analysekompetenz, die über die reine Versicherungsvermittlungskompetenz hinausgeht, kann der Makler als Risiko Coach einen maximalen Erkenntnisgewinn als Entscheidungsgrundlage für den Kunden ausarbeiten.

Strategische Partnerschaften statt standardisierter Dienstleistungen

Die neuen Technologien werden sich weiterhin rasant entwickeln und in der Versicherungswirtschaft für einen Ausbau der Analysemethoden sorgen. Auch das Verhältnis zwischen Versicherungsnehmer, Makler und Versicherer wird sich verändern. Im Fokus stehen künftig ganzheitliche Lösungen und neue strategische Partnerschaften in der Produktentwicklung.


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Die Funk-Experten Olaf Köhler und Dr. Alexander Skorna setzen sich in einem Beitrag zum Buch Insurance & Innovation 2016 ausführlicher mit dem Thema „Insurance 4.0“ auseinander.

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