Insolvenzanfechtung als teures Nachspiel

Insolvenzanfechtung – dieses auf den ersten Blick sperrige Thema gewinnt für immer mehr Unternehmen an Bedeutung. Denn wenn ein Geschäftspartner zahlungsunfähig ist, prüft der Insolvenzverwalter auch Zahlungen, die Jahre zurückliegen. Es drohen unvorhergesehene Rückforderungen. „Die Liquiditätsplanung wird dadurch massiv untergraben“, sagt Funk Experte Sebastian Kentenich.

Es war ein teures Nachspiel für den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Nicht weniger als 16 Millionen Euro musste der Verein an den Insolvenzverwalter seines mittlerweile insolventen Ex-Sponsors Teldafax zurückzahlen. Das Geld fließt in die Insolvenzmasse.

Bayer Leverkusen ist nur das prominteste Beispiel für ein Phänomen, das mittlerweile viele Unternehmen trifft und gefährdet: Die Insolvenzanfechtung.

Insolvenzanfechtung bezeichnet die Rückforderung von Zahlungen, die von dem (später) insolventen Unternehmen an dessen Gläubiger geleistet wurden.

Betroffen sind Zahlungen, die vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens geleistet wurden und Insolvenzgläubiger wie zum Beispiel Lieferanten benachteiligen. 

Für die Gläubiger eines insolventen Unternehmens bedeutet das in der Praxis, dass sie nicht wissen, ob sie ihr Geld behalten können. Möglicherweise müssen sie Zahlungen – noch etliche Jahre später – an den Insolvenzverwalter zahlen. Und das obgleich sie die Leistung für diese Zahlung zweifelsfrei erbracht haben.

 

Umfrage zeigt, wie verbreitet das Risiko ist

Eine Umfrage des Bundesverbands Credit Management von 2014 zeigt, wie verbreitet die Insolvenzanfechtung ist. Mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, 2014 von Insolvenzanfechtung betroffen gewesen zu sein. Die Zahl dürfte seit der Umfrage noch gestiegen sein.

Funk Experte Sebastian Kentenich betont, dass jedes Unternehmen sein Risikopotenzial hinsichtlich solcher Anfechtungen dringend prüfen sollte. 

Erhöhte Gefahr besteht zum Beispiel für Unternehmen,

  • die feststellen, dass die Zahlungsmoral ihrer Kunden eher niedrig ist
  • bei denen es eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit in der Abnehmerbranche gibt
  • die Schlüssellieferant für Kunden sind

Sollte der Postbote tatsächlich ein Anfechtungsschreiben eines Insolvenzverwalters übermitteln, sollte man dringend einen Fachanwalt einschalten. Eine Insolvenzanfechtung mit „Bordmitteln“ abzuwehren, funktioniert in der Regel nicht.

 

Zwei Konzeptvarianten reduzieren das Risiko

Wenn man zu den gefährdeten Unternehmen gehört, dann empfiehlt es sich, auch passende Versicherungslösungen in Erwägung zu ziehen. Funk bietet zwei unterschiedliche Konzepte, die eine Anfechtung von Zahlungen absichern:

  • Zum einen die ergänzende Deckung zu einer Warenkredit-Versicherung. Damit schließen Unternehmen die  Lücke zum Kreditlimit, welches in der Regel für die Abdeckung der durch die Insolvenzanfechtung wiederauflebenden Forderungen nicht ausreicht. Außerdem beteiligt sich der Versicherer so an den Kosten zur Anfechtungsabwehr.
  • Zum anderen die eigenständige Insolvenzanfechtungs-Versicherung. Dabei werden etwaige zurückzuzahlende Beträge vom Versicherer übernommen. Außerdem sind  die Rechtskosten infolge einer Anfechtung abgesichert.

„Welche der beiden Lösungen die passende für ein Unternehmen ist, lässt sich in einer individuellen Beratung ermitteln“, sagt Sebastian Kentenich.

 

08.08.2016


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