Gut gedämmt ist halb versichert

Versicherer achten beim Brandschutz zunehmend auf ein ganzheitliches Sicherheitskonzept. Das beginnt schon bei den richtigen Dämmstoffen.

Ein defekter Kühlschrank war der Grund. Der tragische Großbrand im Londoner Grenfell Tower ist auf einen banalen technischen Defekt zurückzuführen. Innerhalb von Minuten breitete sich das Feuer an der kompletten Hausfassade aus. Das hing auch mit den verbauten Dämmstoffen zusammen – den gleichen Dämmstoffen, die häufig im Industriebau eingesetzt werden.

 

Synthetische Dämmstoffe – eine brenzlige Angelegenheit

Die Liste der Dämmstoffe für Gebäude, Fassade und Dach ist lang. In der Industrie entscheidet neben der Dämmeigenschaft auch die Wirtschaftlichkeit des verbauten Baustoffs. Synthetische Dämmstoffe wie Polyurethan und Polystyrol dämmen hervorragend, sind leicht und vor allem kostengünstig. Sie werden im Industriebau zum Beispiel in der Blechverkleidung oder in Paneelen eingesetzt.

Dämmstoffe und ihre Eigenschaften

 

Den zahlreichen wirtschaftlichen Vorteilen steht allerdings ein Nachteil gegenüber: Sie sind brennbar. Auf einigen synthetischen Dämmstoffen liest man „schwer entflammbar“ und wiegt sich damit in Sicherheit. Aber das Etikett trügt, wie Christopher Raabe, Sach-Versicherungs- und Brandschutz-Experte bei Funk, erläutert: „Dass etwas schwer zu entzünden ist, heißt nicht, dass es nicht auch hervorragend brennt. Einmal entzündet, kann sich das Feuer rasend schnell ausbreiten.“ Dieser Effekt zeigte sich auch in London, wo der Brand am Grenfell Tower trotz erstklassiger Feuerwehr nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Hinzu kommt, dass Dämmstoffe sich meist hinter einer Verkleidung verbergen. Das erschwert die Brandbekämpfung.

 

Der richtige Dämmstoff für besseren Brandschutz

Während in Deutschland brennbare Dämmstoffe für Wohnhäuser ab 22 Metern Höhe verboten sind, werden Sie unter anderem im Industriebau weiter eingesetzt. Die verwendeten Baustoffe haben allerdings auch Einfluss auf den Versicherungsschutz: „Die Versicherer achten zunehmend auf die Baukonstruktion der Gebäude und das ganzheitliche Sicherheitskonzept – vom baulichen über den anlagetechnischen bis hin zum organisatorischen Brandschutz“, so Raabe, „wir empfehlen daher, Gebäude mit nicht brennbaren Stoffen auszurüsten, um das Risiko eines Großschadens zu minimieren.“

 

30.06.2017

 

 


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Christopher Raabe
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