Das Funk Talent Programm

Zum ersten Mal läuft in diesem Jahr das Funk Talent Programm. Elf Funkianer arbeiten dabei mit neuen Management-Methoden. In Teams entwickeln sie das Funk-Geschäftsmodell weiter. Das Programm wurde vom Versicherungsexperten Prof. Dr. Elert eigens auf Funk zugeschnitten.

„Was hat eine Luftmatratze mit der Digitalisierung zu tun?“, fragt Stefan Rudolph seine 15 Zuhörerinnen und Zuhörer im Funk-Konferenzsaal in Hamburg. Vor ihm sitzen Kollegen, die wie er am Funk Talent Programm teilnehmen, sowie Vertreter der Unternehmensleitung. Hinter ihm ist das Bild einer Luftmatratze an die Wand projiziert. 

Business Model Canvas ist eine moderne und kompakte Form des klassischen Business Plans. Das Geschäftsmodell wird dabei kurz und knapp dargestellt – mehr als ein Blatt Papier und ein paar Post-Its sind nicht notwendig. Das Business Modell wird dabei in verschiedene Blöcke aufgeteilt – wie zum Beispiel Verkaufskanäle, Partner, Kostenstruktur, Kunden etc. 

Nach einer kurzen Pause löst Stefan Rudolph auf: Die Luftmatratze stehe sinnbildlich für den weltweiten Erfolg der Vermietungsplattform Airbnb – und ist somit Symbol dafür, wie in einer zunehmend digitalen Welt aus etwas Kleinem, Alltäglichem rasch etwas Großes entstehen kann, das den Markt dann gründlich umkrempelt. 

Der Referent im Betriebsmanagement ist seit 14 Jahren bei Funk angestellt und im Tagesgeschäft vor allem für das Versicherermanagement verantwortlich. 2019 ist er außerdem einer von elf Funkianern, die sich – neben ihrem eigentlichen Job – ein Jahr lang im Talent Programm herausfordern lassen. „Die Teilnahme an dem Programm erfordert zusätzliches Engagement, auch nach Feierabend und am Wochenende. Aber es lohnt sich sehr, weil wir uns dadurch alle persönlich, fachlich und methodisch weiterentwickeln“, so Stefan Rudolph.

Das Programm ist Teil der umfassenden strategischen Initiative „Laufbahn- und Talentmanagement“ bei Funk. Unter diesem Dach sind verschiedene Maßnahmen, mit denen Mitarbeiter fit für die Zukunft gemacht werden sollen, zusammengefasst. Beim Funk Talent Management Programm wird in zwei Teams gearbeitet. Zum Einsatz kommen moderne Methoden wie zum Beispiel das Business Modell Canvas oder Design Thinking.

Design Thinking bezeichnet eine kreative Methode, in interdisziplinären Teams Ideen zu entwickeln. Das Vorgehen orientiert sich an der Arbeit von Designern und ist sehr visuell. Dabei wird radikal die Nutzerperspektive eingesetzt. 

Veränderungen als Chancen

Christoph Bülk, geschäftsführender Gesellschafter, führt dazu aus: „Die Digitalisierung beschleunigt die rasante Veränderung in der Wirtschaft – und das betrifft natürlich auch die Welt der Versicherung. Wir bei Funk sehen in dieser Veränderung zahlreiche Chancen, weil sich neue Anwendungsbereiche für unsere Dienstleistung ergeben. Im Rahmen des Talent Programms stellen wir die Teilnehmer vor die Herausforderung, neue Geschäftsmodelle für Funk zu entwickeln und dabei neue Management Methoden kennen zu lernen. Selbstverständlich ist die Teilnahme an dem Programm auch die Chance, sich für höhere Aufgaben bei Funk zu empfehlen – sei es als Experte für ein Thema oder auch als Führungskraft.“

"Was hat eine Luftmatratze mit der Digitalisierung zu tun?", fragt Stefan Rudolph
Prof. Dr. Florian Elert von der HSBA ist fachlicher Leiter des Funk Talent Programms
Teamarbeit: Die Präsentation der Ergebnisse im Funk-Konferenzraum in Berlin
Eintauchen in die Welt der digitalisierten Assekuranz: Die Funk Talente mit Prof. Dr. Florian Elert in Hamburg
Die Funk Talente bekommen von der Geschäftsführung und -leitung direktes Feedback für ihre Ideen

Predictive Analytics bezeichnet eine Methode der Vorhersage künftiger Ereignisse. Dabei werden Daten digital gesammelt und geordnet. In diesen Daten wird nach Mustern gesucht, auf deren Basis künftige Ereignisse prognostiziert werden. Diese Methode eignet sich beispielsweise bei Sach- oder bei Cyberschäden.

Fachlich geleitet wird das Programm von Prof. Dr. Florian Elert von der Hamburg School of Business Administration (HSBA). Der renommierte Experte für Digitalisierung und Versicherungen hat das Talent Programm eigens auf Funk zugeschnitten. 

Den thematischen Mittelpunkt des Programms bilden die Digitale Transformation und die Kundenzentrierung des eigenen Geschäftsmodells. Prof. Dr. Elert dazu: „Um heute im Markt zu bestehen, müssen Unternehmen und Mitarbeiter methodisch und fachlich permanent weiter denken. Vor dem Hintergrund eines sich vor allem durch die Digitalisierung ändernden Geschäftsumfeldes sollen die Teilnehmer eigene Strategien entwickeln.“ Daher wird im Programm der aktuelle Stand der Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft gründlich beleuchtet. Begriffe wie Internet of Things oder Predictive Analytics, die in der Branche allgegenwärtig sind, werden mit Leben gefüllt und auf ihre Relevanz für das Maklergeschäft überprüft. 

Mit Internet der Dinge (oder kurz „IoT“ für „Internet of Things“) bezeichnet man in der Regel die Vernetzung zwischen Geräten mit dem Internet und untereinander. So kann zum Beispiel ein Kühlschrank oder eine Produktionsmaschine mit dem IoT verbunden werden und so „kommunizieren“. Das hat Bedeutung für die Versicherungs­wirtschaft: Denn wenn Geräte ins IoT integriert sind, können Schäden erkannt werden, bevor sie entstehen.  

Wissen anwenden und präsentieren

„Im Mittelpunkt steht dabei aber immer die praktische Anwendung: Die Teilnehmer sollen ihr Wissen anwenden können. Sie präsentieren ihre Ideen vor der Funk Geschäftsführung und Geschäftsleitung – also erfahrenen Kennern der Branche – und bekommen ein unmittelbares Feedback“, betont Prof. Dr. Elert. 

Ein Baustein des Programms, der gerade für den Abgleich theoretischer Modelle mit der Realität wichtig ist, ist der Austausch mit Start-ups aus der Versicherungswelt. So trafen sich die Funk-Talente in Berlin mit Evertrace, Weeve, Perseus und omni:us. Zudem waren sie bei Axel Springer und diskutierten dort über zukünftige Chancen und Herausforderungen von Plattformökonomien.

Insgesamt erstreckt sich das Talent Programm über ein Jahr; es gibt fünf Arbeitstreffen, die restliche Zeit verbringen die Teams mit Arbeitsphasen und Hausaufgaben. Zwischenergebnisse werden regelmäßig präsentiert. 

Agil mit Kollegen zusammen arbeiten

Einer der Programm-Teilnehmer, Benjamin Votteler, fasst seine Erfahrung nach einem halben Jahr so zusammen: „Insbesondere die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit und die Möglichkeit zur Vernetzung empfand ich als anregend. Ich konnte agil mit Kollegen zusammenarbeiten, mit denen ich im Arbeitsalltag sonst kaum zu tun habe. Wir haben gemerkt, dass wir das gleiche Mindset haben, das war spannend.“ 

Der Aspekt der internen Vernetzung wird auch von anderen Talenten hervorgehoben. So betont auch Teilnehmerin Alexandra Köttgen: „Jedes Meeting mit dem Team gleicht einem Blick über den Tellerrand. Ich lerne hier wie nebenbei viel über neue Themen – auch weil es eine sehr hohe Bereitschaft der Teilnehmer gibt, Wissen zu teilen. Insgesamt ist das Programm eine tolle Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.“ 

Und Christoph Bülk zieht die folgende Zwischenbilanz: „Nach einem guten halben Jahr ist klar erkennbar, dass das Programm Früchte trägt: Die Talente arbeiten fokussiert an ihren Aufgabenstellungen und verbessern ihr Gespür für Zukunftsthemen. Sie erleben dabei, wie hoch die Veränderungsgeschwindigkeit beim Thema Digitalisierung und bei Start-ups ist. Davon werden sie in ihrer künftigen Laufbahn bei Funk profitieren. Funk wiederum profitiert von den Impulsen für unsere digitale Transformation.“ 

Für die Zukunft ist eine weitere Runde des Talent Programms geplant – dann mit neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Prof. Dr. Florian Elert verantwortet die Lehre und Forschung im Bereich Versicherungsmanagement an der Hamburg School of Business Administration (HSBA) und ist Leiter des Bachelor-Studiengangs Versicherungsmanagement. In dieser Funktion hat er bereits zahlreiche Dual-Studenten von Funk durch das Studium begleitet. 

Zusätzlich zu seiner Lehrtätigkeit hat er sich mit Workshops, Seminaren, Einzeltrainings für Entscheider sowie Studien für die Versicherungswirtschaft einen Namen gemacht. 

Seine Forschungsschwerpunkte umfassen folgende Themen: Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle in der Versicherungswirtschaft, digitale Transformation von Versicherungsunternehmen und Vertrieben sowie Geschäftsmodell-Innovation in der Assekuranz.


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