Digitalisierung des Messwesens: Funk testet Risikoanalyse für Messstellenbetreiber

30.01.2019 – Die Energiewende verändert nicht nur die Art, wie Strom erzeugt wird, sondern schafft auch neue Anforderungen für die Messung des Verbrauchs von Energie. Damit Messstellenbetreiber in Zukunft sicher arbeiten können, führte Funk in Berlin eine erste Risikoanalyse durch.

Ob in privaten Haushalten oder bei Gewerbetreibenden – wo Menschen Strom und Gas nutzen, muss auch die Höhe des jeweiligen Verbrauchs gemessen werden. Verantwortlich für den Einbau, den Betrieb und die Wartung der entsprechenden Messeinrichtungen sind Messstellenbetreiber. Im Rahmen der Energiewende sehen diese sich aktuell mit neuen Voraussetzungen für ihre Arbeit konfrontiert, denn nach dem Willen der Europäischen Union sollen bis 2020 in allen Mitgliedstaaten moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme verwendet werden. Um diese Anforderungen zu erfüllen, ist im Jahr 2016 in Deutschland das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende in Kraft getreten. Der Fokus liegt auf der Einführung intelligenter Messsysteme (Smart Meter) sowie dem Zugang zu diesen Anlagen und der Nutzung der dort gewonnenen Daten. In diesem Zusammenhang wurde auch ein neues Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) erlassen, das den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation intelligenter Messsysteme regelt. Als weitere Maßnahme zur Digitalisierung des Messwesens hat die Bundesnetzagentur 2017 den Messstellenrahmenvertrag angepasst und in Messstellenbetreiberrahmenvertrag (MSB-RV) umbenannt.

Die in diesem Zuge geforderten intelligenten Messsysteme verfügen über eine Kommunikationseinheit (Smart Meter Gateway), die Messwerte an Stromlieferanten, Netzbetreiber und andere Marktteilnehmer übertragen kann und so eine Ablesung vor Ort ersetzt. Bei sogenannten modernen Messeinrichtungen ist diese dagegen noch nötig. Sie kommen zum Einsatz, wenn in privaten Haushalten der Mittelwert des Stromverbrauchs der letzten drei Jahre unter 6.000 Kilowattstunden liegt. Im Vergleich mit mechanischen Zählern können moderne Einrichtungen historische tages-, wochen-, monats- und jahresbezogene Stromverbrauchswerte speichern und wieder anzeigen. Dadurch kann der Kunde seinen Energieverbrauch besser beurteilen und eventuelle Maßnahmen zur Energieeinsparung treffen. Es bestehen also auch hier schon deutliche Vorteile gegenüber älteren Anlagen.

Im Dezember 2018 wurden in Berlin Möglichkeiten zur Risikooptimierung bei Messstellenbetreibern diskutiert.

 

Um zu untersuchen, welche möglichen neuen Herausforderungen die aktuellen rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für Messstellenbetreiber mit sich bringen, ist Funk im Dezember 2018 in Berlin in eine erste Risikoanalyse zum Thema eingestiegen. Als Partner dafür konnte die Danpower Gruppe gewonnen werden, ein mittelständisch strukturiertes Energie- und Wärmeversorgungsunternehmen mit Sitz in Potsdam. Gemeinsam mit Prof. Dr. Schwintowski und Dr. Sauer von der Humboldt Universität zu Berlin sowie Prof. Dr. Heim von der Hochschule Weserbergland wurden in der eintägigen Veranstaltung die technischen, rechtlichen und versicherungsseitigen Eckdaten intensiv beleuchtet und lebhaft diskutiert. Die Ergebnisse werden nun in die Expertise von Funk für die Energiewirtschaft einfließen und einen Beitrag zur Risikooptimierung bei Messstellenbetreibern leisten. Weitere Veranstaltungen zum Thema der Digitalisierung des Messwesens sind geplant.


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