• Risikomanagement 4.0: Mein Besuch der DHL Risk and Resilience Conference 2016

18.10.2016

Die globalen Transport- und Logistikprozesse werden sich bis 2050 fundamental verändern. Doch welche Risiken und Risikomanagementansätze können diesen revolutionären Herausforderungen gegenüberstehen? Bei meinem Besuch der DHL Risk and Resilience Conference 2016 in Troisdorf konnte ich dazu viele Eindrücke gewinnen.

Die Logistik erfindet sich aktuell an vielen Stellen neu. Folglich lohnt ein „Schulterblick“ in diese Branche, um Inspiration zu gewinnen und entsprechende Versicherungslösungen zu entwickeln. Das DHL Innovation Center stellt verschiedene Beispiele für Innovationen aus: Zum Beispiel die Paketkopter, welche Pakete in entlegene Regionen ausliefern können. Oder Roboter, die in Distributionszentren eingesetzt werden. Und natürlich den StreetScooter, mit dem, jüngsten Ankündigungen zufolge, Lieferungen in vielen deutschen Großstädten zugestellt werden sollen.

 

Trends und Risiken in der Logistikbranche 

Funk-Blogger Dr. Alexander Skorna mit Paketkopter der DHL auf der DHL Risk and Resilience Conference 2016. Foto: Privat

Am 22. September debattierten auf der Risk and Resilience Conference Kunden und Geschäftspartner der DPDHL über neue Trends und Risiken in der Logistik. Unter dem aktuellen Eindruck der Insolvenz von Hanjin, einer der größten Containerreedereien der Welt, war eines der großen Themen das Risiko des Wegfalls von Transportnetzwerken, -kapazitäten oder -routen und die Frage, wie die verladende Industrie, Versicherungen und Logistikdienstleister damit umgehen. Im Vorteil sind Unternehmen, die flexibel und schnell reagieren und dabei auf Back-Ups in der Lieferkette zurückgreifen können. Zusammen mit der passgenauen Versicherungslösung für Lieferketten-Risiken ist die verladende Wirtschaft dann gut für Krisen gerüstet.

Als besonderes High-Light der Konferenz gab die ehemalige Leiterin des MI5, Eliza Manningham-Buller, einen Einblick in die Arbeit des britischen Inlandsgeheimdienstes. Laut Eliza Manningham-Buller wird die Terrorgefahr weiterhin bestehen bleiben und auch der Trend politisch-induzierter Gefahren („Brexit“, Grenzschließungen infolge der Flüchtlingsströme) wird an Relevanz gewinnen. Darüber hinaus zeigte Paul Kilmister von Satair/Airbus einen Praxis-Case über agiles Krisenmanagement am Beispiel des Hagelereignisses 2015 über dem Flughafen Denver, welches über 100 Flugzeuge teils schwer beschädigte. Markus Kückelhaus von DHL Trend Research präsentierte neue Trends und Innovationen und die assoziierten Risiken für die Logistikbranche. Weitere kurzweilige und interessante Vorträge kamen unter  anderem von der Allianz und der Organisation SOS-Kinderdorf. Konsens unter den Referenten bestand darin, dass internationale Transportnetzwerke aufgrund der vielschichtigen Risikolandschaft auch in den nächsten Jahren enorm bedroht bzw. verletzbar sein werden. 

Der StreetScooter von DHL: Der Kastenaufbau des über 4,6 Meter langen Fahrzeugs bietet genügend Ladevolumen für die Briefe und Pakete. Foto: DHL

 

Entwicklungsansätze zum Risikomanagement 4.0

Neue agile Ansätze für das Risikomanagement sind also nötig, um die teils ohne Vorwarnzeit eintretenden dynamischen Risiken des 21. Jahrhunderts beherrschen zu können. Zur Identifikation innovativer Risikomanagementlösungen fand im Rahmen der Konferenz ein Ideen-Workshop unter den Teilnehmern in Kleingruppen statt. Die DHL bietet mit Resilience360 ein umfassendes Tool für die Früherkennung und das Management von Supply Chain Risiken an, welches bereits im März 2016 auf dem CeBIT-Stand von Funk präsentiert wurde.

Handlungsbedarf sahen die Teilnehmer unter anderem bei der Abschätzung des finanziellen Schadens von Krisenereignissen, deren Tragweite, wie im aktuellen Fall der Hanjin-Insolvenz, erst nach und nach sichtbar wird. Eine Fusion unterschiedlichster Datenquellen wie Rating-Informationen, Social Media und Satellitenbilder könnten die aktuellen – auf historischen Daten basierenden – Gefahrenkarten revolutionieren. Ebenso innovativ wäre eine engere Zusammenarbeit unter den Akteuren globaler Transportnetzwerke, die auf einer weitgehenden Teilung von Daten und Vernetzung basiert. Analoge Entwicklungen in der Wirtschaft werden vielfach als „Industrie 4.0“ beschrieben.

Die Nutzung von möglichst vielfältigen Datenquellen und eine zunehmende Vernetzung der Unternehmen untereinander hätte das Potential, das bisher meist auf das eigene Unternehmen beschränkte Risikomanagement auf die Ebene unternehmensübergreifender Lieferketten zu erweitern. Das Risikomanagement 4.0 wäre geboren! Insgesamt brachte mir der Tag zahlreiche Einblicke, wie die Branche bestimmte Risiken einschätzt. Zahlreiche Ideen im Kopf schärft dies meinen Blick, wie wir bei Funk unsere bestehenden Risikolösungen mit Blick auf diese neue Herausforderungen kundengerecht weiterentwickeln können.

Mehr über DHL Resilience360 lesen Sie hier.


Autor des Blogs

Dr. Alexander Skorna





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