• Viele Wege führen zu Funk

03.11.2016

Ich habe das Glück in der Hamburger Innenstadt zu arbeiten. Von meinem Büro in der Funk-Zentrale aus blicke ich daher nicht nur auf den Turm des Rathauses und habe die Spitzen von drei Hamburger Hauptkirchen im Blick. Die Citylage bedeutet auch, dass mir diverse Wege ins Büro offen stehen. Je nach morgendlicher Wetterlage fahre ich mit der U-Bahn oder mit dem Rad zum Valentinskamp. Eine Woche lang wollte ich aber mal wissen, ob nicht noch mehr geht. Und nahm mir vor, jeden Tag auf eine andere Art ins Büro zu kommen. Hier ist mein Fahrtenbuch.

Montag

Zum Wochenstart erstmal business as usual – ich fahre also mit der U2. Zehn Minuten Fußweg zur Station. Wenn ich wie heute vor acht Uhr starte, sind die Bahnen erfreulich leer. Ich setze mich, wische durch die App des Hamburger Abendblatts und lese, wie der HSV mal wieder…. aber lassen wir das.
Ein Blick in den Waggon sagt mir, dass niemand, aber wirklich niemand mehr eine gedruckte Zeitung liest. Jeder hält ein Smartphone in der Hand oder hat Kopfhörer im Ohr. Kein Wunder, dass es den Printmedien so schlecht geht. Später am Tag lese ich noch eine aktuelle Statistik über den dramatischen Rückgang der Auflage bei gedruckten Zeitungen.

Und dann hält die U-Bahn auch schon an meinem Ziel, dem Gänsemarkt. Wussten Sie übrigens, dass diese Station zu den am tiefsten gelegenen in Hamburg gehört? Nein? Jetzt wissen Sie es. Die Rolltreppe gehört entsprechend zu den längsten der Stadt und es bereitet mir jeden Morgen aufs Neue Spaß, damit in Richtung Tageslicht zu fahren. Und dann bin ich am Valentinskamp 20. Guten Morgen, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Woche kann losgehen.

Gestoppte Zeit von Tür zu Tür: 31 Minuten.

Dienstag

Ein für Hamburger Verhältnisse sonniger Herbstmorgen ist das heute. Also steige ich aufs Rad. Zur Abwechslung nehme ich nicht meine übliche Strecke an der Hauptstraße, sondern lasse mir von Google-Maps eine Alternativroute zeigen.

Diese führt durch drei Parks, eine richtig grüne Tour. Schade nur, dass man nicht durch die Parkanlage Planten un Blomen radeln darf. Das wäre zum Schluss nochmal ein Highlight gewesen. Aber auch so ist es ein erfrischender Start in den Tag.

Gestoppte Zeit von Tür zu Tür: 24 Minuten.

Mittwoch

Ich bin kein Busfahr-Fan. Wann immer ich mit einem Bus durch die Hamburger City fahre, fühle ich mich, als würde ich mit einem Esel die Anden überqueren. Es schaukelt, alle paar Meter bleibt man stehen und es dauert ewig, bis man am Ziel ankommt.

Hilft aber nichts, heute geht es mit dem Bus zur Arbeit. Immerhin, die Haltestelle ist nur 200 Meter von meiner Haustür entfernt. Und der Bus in dem Moment da, als ich dort eintreffe. Ich bekomme einen Sitzplatz in Fahrtrichtung und los geht’s. Wir schlängeln uns vorbei an den Eimsbütteler Baustellen und nehmen gefühlt jede Seitenstraße mit. Und trotzdem: Es ist überraschend entspannend, hier so zu sitzen, mit einem Hörbuch im Ohr während die Stadt gemächlich an mir vorbeizieht.

Und dann ist da auch schon der Gänsemarkt; noch eine Minute zu Fuß und ich bin bei Funk. Überraschung beim Blick auf die Uhr: Das ging ja richtig schnell! Nur unwesentlich länger als mit der U-Bahn. Vielleicht werde ich doch noch zum Busfahr-Fan?

Gestoppte Zeit von Tür zu Tür: 32 Minuten.

Donnerstag

Mit dem Auto in die City, oha. Das ist nichts, wozu ich besonders große Lust habe, aber natürlich darf der Pkw bei meiner „Viele-Wege-führen-zu-Funk-Challenge“ nicht fehlen. Die Eine-Millionen-Dollar-Frage lautet: Wo soll ich parken? Meine netten Kolleginnen vom Empfang beantworten sie erfreulicherweise mit „In der Funk Tiefgarage“. Für mich ist für den einen Tag ein Parkplatz reserviert, danke sehr. Die Straßen sind mehr oder weniger frei, nach knapp 20 Minuten biege ich in die Garage ein.

Was mir heute fehlt: die frische Luft, die mich an den anderen Morgen so zuverlässig geweckt hat. Also mache ich noch einen kurzen Spaziergang um den Block, wünsche einem Enten-Paar auf der Binnenalster einen ‚Guten Morgen‘ und betrete dann den Valentinskamp 20.

Gestoppte Zeit von Tür zu Tür: 19 Minuten.

Freitag

Laut Google-Maps sind es auf der kürzesten Strecke 4,7 Kilometer von meiner Haustür bis zu Funk. Das geht ja noch, ich hätte auf mehr getippt. Also dann mal los, heute zu Fuß. Es ist nebelig und kalt – also genau das, was ich jetzt brauche, um wach zu werden. Während ich loslaufe, wird es langsam hell.

Nach zweieinhalb Kilometern komme ich durch eine Straße, in der ich vor einigen Jahren gewohnt habe. Und beschließe spontan, in das portugiesische Mini-Café zu gehen, in dem ich damals häufig Gast war.
Ich bestelle einen Espresso, der Wirt erkennt mich wieder und fragt, wie es mir geht. Ich erzähle, dass ich heute zu Fuß zur Arbeit gehe. „Haben Sie Dir dein Auto geklaut, Mann?“, lacht er und schenkt mir aus Mitgefühl ein Nata-Blätterteigtörtchen.

So gestärkt geht es weiter. Zum Schluss noch durch Planten un Blomen, wo ich mit dem Rad ja nicht durch durfte. Kurz vor neun bin ich am Valentinskamp. Dank der vielen frischen Luft und des Espressos allerbestens gelaunt. Klar, dass ich heute auf den Aufzug verzichte und die Treppen in den fünften Stock zur Unternehmenskommunikation nehme. Kleinigkeit.

Gestoppte Zeit: 75 Minuten.

 

Geschafft – das war‘s mit meiner „Viele-Wege-führen-zu-Funk-Challenge“. Resümee: Am schnellsten geht es mit dem Auto (wenn man nicht noch um den Block spaziert), am schönsten ist es zu Fuß und am praktischsten mit der U-Bahn. Aber eigentlich ging es nicht um die schnellste Zeit oder die praktischste Strecke. Sondern darum, dass der Weg das Ziel ist.


Autor des Blogs

Ansgar Vaut





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