• Elternzeit mal drei

03.07.2018

Funk ist nicht nur ein Familienunternehmen, sondern auch ein familienfreundliches Unternehmen. Viele Kolleginnen und Kollegen nehmen Elternzeit. Drei Blogger haben für Funk@Work aufgeschrieben, wie sie diese besondere Zeit erlebt haben.

Zwischen Familienglück und Erfüllung im Beruf – von Katja Rieger

Katja Rieger (Funk Personalmanagement) versucht sich an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das ist nicht immer leicht – aber immer lohnend. 

Als ich vor gut zwei Jahren meine Schwangerschaft bei meinem Arbeitgeber bekannt machte, ging es irgendwann auch um die Frage: „Haben Sie schon eine Vorstellung, wann und wie Sie aus der Elternzeit zurückkehren möchten?“ Und natürlich hatte ich mir zusammen mit meinem Mann schon sehr lange Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Im Bereich Personal arbeite ich vor allem mit unseren Azubis, Dual Studenten und Ausbildern zusammen. Diese Tätigkeit macht mir viel Spaß und so hatte ich mich entschieden, bereits neun Monate nach der Geburt meines Kindes zurückzukehren. Das sollte es mir ermöglichen, auch den neuen Jahrgang zum Ausbildungsstart im August kennenzulernen.

Passen gut zusammen: Kinderspielzeug und die Funk Werte Foto: Katja Rieger

 

Der eine oder andere in meinem Freundes- und Bekanntenkreis hat sich sicherlich gedacht: Abwarten! Mit einem neun Monate alten Baby zurück in den Job zu gehen ist nicht leicht. Meine erste Herausforderung war es also, zu diesen Plänen zu stehen.

Ich muss aber zugeben, dass ich während der Elternzeit gelegentlich gezweifelt habe, ob ich es schaffen werde. Nach den vielen kurzen Nächten konnte ich mir morgens kaum vorstellen, konzentriert zu arbeiten. Unsere kleine Tochter hat mein Leben komplett umgekrempelt und meine Prioritäten verschoben. Ich war froh zu wissen, dass ich meinen Einstieg ggf. auch hätte verschieben können.

Doch auch wenn ich meine Tochter über alles liebe, fehlte mir ohne den Job etwas! Und immer wenn ich in der Elternzeit bei Terminen im Büro mit Auszubildenden und Kollegen gesprochen habe, wurde mir bewusst, wie sehr ich mich auf den Neustart im Juli freute.

Damit geht aber auch eine andere große Notwendigkeit einher: Verantwortung abgeben! Als unerfahrene Mutter fiel es mir in der Eingewöhnungsphase nicht leicht, die komplette Verantwortung für meine kleine Tochter an die Kita abzugeben und mir keine Gedanken zu machen. Aber die Erzieher kümmern sich sehr liebevoll um sie und mittlerweile weiß ich, dass sie – auch ohne zu sprechen – sehr gut mitteilen kann, was sie will oder was ihr nicht passt.

Doch ganz wie geplant lief der Wiedereinstieg dann nicht: So fiel mein erster Arbeitstag direkt auf den G20-Gipfel und die Kita hatte deswegen an diesem Tag geschlossen. Aber da mein Mann an diesem Tag die Betreuung übernehmen konnte, musste ich nicht direkt einen Urlaubstag opfern und wurde ganz herzlich von meinen Kollegen in Empfang genommen. Denn ein Urlaubstag und Zeit im Allgemeinen ist ein wichtiges Gut geworden. Seit der Geburt meiner Tochter hat der Tag gefühlt statt 24 nur noch 16 Stunden. In dieser kurzen Zeit auch noch einen Arbeitstag einzubringen ist nicht immer leicht, aber für mich ein guter Ausgleich in meinem Leben als Mutter. 

Natürlich gibt es auch immer wieder Momente, in denen ich sie sehr vermisse und mich frage, was sie wohl gerade macht. Aber zu lange dauern diese Momente nicht an, denn dann klingelt wieder das Telefon oder der nächste Termin steht an. Und abends freue ich mich umso mehr, meine Tochter wieder in den Arm zu nehmen.

Mein Fazit, nachdem ich nun seit mehr als einem Jahr wieder im Job bin: Die Vereinbarung von Familie und Beruf erfordert einiges an Energie, Umstellungen und Organisationsgeschick. Aber so lange es nicht zum Nachteil für meine Tochter ist, werde ich diese Herausforderungen gern weiter annehmen!

Durch den Dschungel der Bürokratie - von Florian Weber

Florian Weber (Funk IT) wählte für seine Elternzeit das Modell Teilzeit – vorher waren jedoch einige Formulare auszufüllen.

Als meine Frau und ich erfuhren, dass wir ein (geplantes) Kind erwarten, waren wir sehr glücklich. Natürlich hatten wir uns bereits vor der Entscheidung für Kinder mit der finanziellen Situation auseinandergesetzt, aber jetzt wurde es konkret. Ich wusste von Begrifflichkeiten wie Mutterschutz, Kindergeld und Elterngeld nur das Gröbste. Der Plan musste also ausgefeilt werden und ich setzte mich mit den Details des Elterngeldgesetzes und dem Elterngeldrechner des Familienministeriums auseinander. Zunächst informierte ich mich vorab beim Funk Betriebsrat, der mir während der ganzen Zeit mit Rat und Tat zur Seite stand.

Ich wollte auf jeden Fall mindestens einen Monat direkt nach der Geburt ganz zu Hause sein, um meine Frau in der neuen Lebenssituation zu unterstützen. Danach sollte Teilzeit auf Basis einer 30-Stunden-Woche folgen. Ich stellte bei Funk den Antrag auf „Teilzeit in Elternzeit“. Dort lief alles reibungslos und ich bekam den neuen Arbeitsvertrag – und dazu noch ein Vornamenbuch als Geschenk.

Während das Baby sich auf die Welt vorbereitete, kämpfte ich mich durch die Wirrungen der Bürokratie. Elterngeldanträge sind eine Wissenschaft für sich. Dank der unkomplizierten Unterstützung der Funk Personalabteilung war die Einreichung der Unterlagen dann aber kein Problem.

Als unsere kleine Tochter Ende März 2017 geboren wurde, blieb ich einen Monat zu Hause. Von Funk bekamen wir einen Blumenstrauß und Glückwünsche. Im Anschluss war ich sechs Monate in Teilzeit beschäftigt. Somit konnte ich immer bereits kurz nach dem Mittag zu Hause sein und viel von der Entwicklung unseres Babys miterleben. Meine Frau und ich hatten nach einiger Zeit beschlossen, dass ich dann wieder voll arbeiten kann – die Personalabteilung ließ mir schnell und unkompliziert den neuen entsprechenden Arbeitsvertrag zukommen.

Seit November 2017 arbeite ich wieder in Vollzeit. Die Elternzeit habe ich sehr genossen und würde dies jederzeit wieder so oder so ähnlich machen. Ich kann es jedem werdenden Vater ausdrücklich empfehlen – und wünsche ihm, dass er dann eben so viel Unterstützung seitens des Unternehmens bekommt wie ich. 

In den Straßen von Eimsbüttel – von Ansgar Vaut

Ansgar Vaut (Funk Unternehmenskommunikation) stellt fest, dass auch in der Elternzeit nicht immer die Sonne scheint.

Wenn man Kinder in die Welt setzt, dann bedeutet das ganz zwangsläufig, dass man selbst älter wird. Und älter werden bedeutet – zumindest bei mir: Man schaltet morgens im Radio häufiger mal den Oldie-Sender ein. Ganz egal, wie peinlich man den vor ein paar Jahren noch fand. 

An diesem Morgen läuft im Radio „Puff, the Magic Dragon“ von Peter, Paul and Mary. Ein Lied, zu dem mir spontan viel einfällt: Ben Stiller und Robert De Niro auf einer quälend peinlichen Autofahrt im Film „Meine Braut, ihr Vater und ich“. Oder wie mein Musiklehrer in der achten Klasse das Stück auf dem Klavier spielte und ich ihn zum ersten Mal nicht mehr für einen sonderbaren Kauz hielt, sondern ihn fortan sehr schätzte. Oder wie ich die Akkorde des Stücks vor ein paar Jahren auf dem Keyboard geübt habe und kläglich gescheitert bin. 

Wer „Puff, the Magic Dragon“ noch nicht kennt, dem empfehle ich dringend, es schnell zu hören. Und auf den Text zu achten. Das Lied handelt davon, dass die Fantasie eines Kindes keine Grenzen kennt – die Kindheit selbst aber eines Tages endet. Irgendwann wird jeder erwachsen. Das Kind, das sich heute weigert, sein Zimmer aufzuräumen, bezieht morgen seine eigene Wohnung. Insofern gilt: Carpe Diem. Für mich war von Anfang an klar, dass ich auch bei unserem dritten Kind zwei Monate Elternzeit nehmen würde. 

Meine Freunde fragten natürlich vielfach, wie mein Arbeitgeber es denn mit meiner Elternzeit findet: Meine kurze Antwort darauf: Kein Problem: Ich bin zu meiner Chefin gegangen, habe gesagt, ich würde gern Elternzeit nehmen, sie sagte „Ja, sicher!“. Eine Mail an die Personalabteilung regelte das Weitere. Ich erhielt noch einen Brief per Post, in dem man mir eine gute Zeit wünschte. Das war‘s auch schon an Formalitäten.

Meine Elternzeit begann im Juni 2017. Und was kann es Schöneres geben, als im Sommer zwei Monate zu haben, die man mit dem Nachwuchs möglichst viel an der frischen Luft verbringt? Eigentlich nichts. Es sei denn, der Sommer ist so verregnet wie der des vergangenen Jahres in Hamburg. Mehr als 133 Liter Regen pro Quadratmeter fielen im Juni 2017– rund ca. 70 Prozent mehr als zu dieser Zeit üblich.

Und so dauernieselt es auch, als ich den Kinderwagen an diesem Vormittag durch Eimsbüttel schiebe. Ich hatte heute noch keinen Kaffee und vor mir plärrt ohne Pause das Kind, das sich von keiner Schokoreiswaffel der Welt beruhigen lässt. Nach Hause kann ich nicht, weil dort die Handwerker sind. Na toll. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Im Büro wäre es jetzt angenehmer. 

Da komme ich an einem Café vorbei – durch die offene Tür höre ich, dass drinnen die deutsche Version von „Paff, dem Zauberdrachen“ läuft. Ich schiebe den Kinderwagen hinein, es ist hell und freundlich. Und ob es nun an der Musik liegt oder an der plötzlich veränderten Umgebung – auf jeden Fall wird meine Tochter schlagartig still. Ich bestelle an der Bar einen Cappuccino und langsam geht auch mein Stresslevel wieder runter. Manchmal ist es eben geradezu magisch mit Kindern.  

 

 




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